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Spotlight: Dear Elisabeth – Ausgabe 003

Ein literarisches Briefrollenspiel von Will C, übersetzt von Tina Trillitzsch

395 Wörter, ungefähre Lesedauer 2 Min.

Mit Spotlight-Artikeln möchten wir euch auf Inhalte der aktuellen Ausgabe aufmerksam machen. Vielleicht kennt ihr die Ausgabe oder bestimmte Inhalte noch nicht? Das wollen wir ändern.


>>>Titelbild für das Spiel Dear Elizabeth, mit Tasse Tee, Briefumschlägen, Schreibfeder und dem Schriftzug<<<

Dear Elizabeth ist eines der drei Gewinnerspiele beim diesjährigen 200-Wörter-RPG-Wettbewerb. Schon letztes Jahr hatten wir uns drei der Gewinner von 2017 herausgepickt und einen davon, Mechanical Oryx (von Grant Howitt), übersetzt und mit Spielbericht in Ausgabe 001 des Zines veröffentlicht. Alle für einen (von Ben Rolfe) haben wir für Ausgabe 001 übersetzt und über unser Testspiel berichtet. Und Route Clearance (von Andrew Millar) habe ich Basis für ein eigenes Spiel, Drachenreise, in Ausgabe 002 verwendet.

Diesmal nun also Dear Elizabeth…, ein Briefrollenspiel für Zwei, das ich übersetzt habe und gleich zwei Hacks dazu präsentiere: Liebe Tilda mit wachsamen Mäusen und Dear Distant Stars mit Weltraum-Fernbeziehungen.

Sowohl thematisch als auch mechanisch fand ich das Spiel sofort interessant. Es simuliert eine Briefkorrespondenz zwischen Freundinnen in der Regency-Zeit im Stil von Jane Austen und anderen Autorinnen. Ein feminin geprägtes Genre, das bis vor kurzem noch kaum von Spielen bedient wurde - inzwischen gibt es zum Austen-Thema auch Good Society von den Storybrewers ( Interview in Ausgabe 000) und diverse Kartenspiele (Marrying Mr Darcy, Jane Austens Hochzeitsball).

Als Briefrollenspiel reiht es sich in ein recht kleines Genre ein, das unter anderem aus De Profundis und Quill besteht (Good Society hat ebenfalls eine Briefschreibe-Phase). Und doch vermute ich, dass viele, die mit Tischrollenspiel gar nichts am Hut haben, schon lange etwas ähnliches auf ihre Art spielen. Meine Schwester hat mit Freundinnen schon vor Jahren humoristische E-Mails im Austen-Stil ausgetauscht.

Dear Elizabeth… verlegt das Ganze an den Spieltisch, gibt ihm durch die Themenkarten Struktur und führt leicht umsetzbare taktile Elemente ein, die zum Losspielen einladen: Schreiben mit echter Tinte, Tee und das “Verschicken” der Briefe durch Hindurchschieben unter dem Türschlitz.

Als ich das Spiel las und die Soloversion gespielt habe (bei der man keine Antworten erhält und sich Sorgen macht), wurde mir sofort klar, wie hackbar es ist. Zwei eigene Hacks habe ich angefügt, aber mir fallen noch einige mehr ein, z. B. mit Horrorthema. Man könnte auch die Karten von Spielen wie Hobbit-Geschichten aus dem Grünen Drachen und Cthulhu Tales als Brief-Themenkarten verwenden.

[…]


Hier geht es zum Spiel selbst in Ausgabe 003 des Erzählspiel-Zines – viel Spaß beim Lesen und vielleicht auch beim Spielen! Falls jemand einen Spielbericht schreiben möchte, kontaktiert uns gern.

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